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Presse

Den Fleischwolf entdeckte er in Amerika


Aus der Firmengeschichte: Vor 121 Jahren gründete Alexander von der Nahmer eine Gießerei


Remscheid (red). Das Unternehmen wurde 1885 von Alexander von der Nahmer in Remscheid gegründet und war alsbald im Volksmund als Alexanderwerk bekannt. Der damals 52-jährige Alexander von der Nahmer war zuvor als Walzwerkchef in Troisdorf tätig gewesen und über zehn Jahre Gesellschafter der Bergischen Stahl Industrie (BSI), ebenfalls in Remscheid.

Von dem Veräußerungserlös dieser Anteile kaufte er das noch heute im Besitz der Gesellschaft befindliche Betriebsgrundstück und errichtete darauf eine Gießerei mit anschließender mechanischer Bearbeitung.

Auf einer Amerikareise entdeckte Alexander von der Nahmer einen Fleischwolf, den er dann in Lizenz in Deutschalnd herstellte und vertrieb.

Das Prinzip des Fleischwolfes war bis dahin in Deutschland und Europa wenig bekannt. Bis dato wurde das Fleisch mit einem Wiegemesser zerkleinert. Der Fleischwolf trat seinen Siegeszug an und wurde zu einem der bekanntesten Produkte des Unternehmens und begründete den Einzug des Unternehmens in die Nahrungsmittel verarbeitende Industrie.

Da das Unternehmen nach anfänglichen Schwierigkeiten, die sie fast in den Konkurs getrieben hätten, eine rasante Entwicklung nahm, so dass der Kapitalbedarf die Möglichkeiten der Familie von der Nahmer überstieg, wurde es 1899 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und ging an die Börse.

Um die Jahrhundertwende kristallisierte sich der Bereich Großküchenmaschinen aufgrund der zunehmenden Kantinenverpflegung heraus. In den 30er Jahren wurden die Kenntnisse des Unternehmens im Bereich Zerkleinern, Rühren, Reiben, Kneten und Mischen auf Maschinenkonstruktionen für die chemisch-pharmazeutische Industrie übertragen. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Werk fast vollständig zerstört und wieder aufgebaut.

Heute konzentriert sich die Firma auf den Bau von Spezialmaschinen für das Kompaktieren und Granulieren von Pulver und auf den Bau von Maschinen für die Nahrungsmittelverarbeitung.


Schrumpfkur


(SL). Der Weg zur Gesundung des Alexanderwerks ist ein steiniger. Vor zwei Jahren war das Unternehmen fast insolvent, der Personalbestand wurde von 150 auf 120 reduziert. Mit diesen wurde die 40 Stunden-Woche und eine individuelle Gewinnbeteiligung vereinbart, bei der nach Unternehmensangaben 75 Prozent mitgemacht haben. Sehr zum Unmut der IG Metall, die auf den Flächentarifvertrag pocht. Doch Vorstand Axel Eversberg zeigt keine Kompromissbereitschaft: „Das können wir nicht, weil wir das Geld dafür nicht haben.“ Dafür verspricht der Chef sichere Arbeitsplätze: „Mit dieser Mannschaft wollen wir am Standort Remscheid Zukunft meistern.“


Neue Entwicklung


Wer nur eine halbe Kopfschmerztablette nehmen will, der fragt sich schon mal, ob denn wirklich in der auserkorenen Hälfte der lindernde Wirkstoff ist. Sind die Grundstoffe der Tablette während der Herstellung durch den „PowerPactor 150“ gelaufen, kann er sich sicher sein. Doch das ist nicht der einzige Vorteil der neusten Entwicklung des Alexanderwerks.