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Vorstandsinterview mit Herrn Axel Eversberg, Alexanderwerk AG



Allgemeiner Teil


CdC Capital: Beschreiben Sie das Geschäftsmodell Ihrer Gesellschaft in drei Sätzen.

Hr. Eversberg: Die industrielle Zerkleinerung von Lebensmitteln bildete vor über hundert Jahren das Fundament für den Erfolg von Alexanderwerk. Das Beherrschen dieser Technologie sowie deren kontinuierliche Weiterentwicklung sind auch heute noch unsere Kernkompetenz. Unsere Maschinen lassen sich zwei unterschiedlichen Segmenten zuordnen:
Kompaktieren, Granulieren: In diesem Geschäftsfeld fassen wir Spezialmaschinen für die chemische und pharmazeutische Industrie zusammen.
Nahrungsmittelverarbeitung: Dieses Geschäftsfeld umfasst Maschinen für die Gastronomie, Großküche und industrielle Nahrungsmittelverarbeitung.

CdC Capital: Wo liegt der USP Ihrer Gesellschaft?

Hr. Eversberg: Der USP unserer Gesellschaft ist unsere hohe technologische Kompetenz und eine auf den Markt ausgerichtete Organisation die sehr schnell auf neue Anforderungen reagieren kann.

CdC Capital: Geben Sie einen detaillierten Einblick in die Aktionärsstruktur. Gibt es aktuell institutionelle Investoren die in die Valoren Ihrer Gesellschaft investiert sind?

Hr. Eversberg: Nach den uns vorliegenden Informationen werden etwa 40% der Aktien von fünf größeren Gruppierungen gehalten, der Rest befindet sich in
Streubesitz.

CdC Capital: Wie ist die aktuelle Umsatzsituation und welche Entwicklung prognostizieren Sie für die kommenden drei Jahre?

Hr. Eversberg: Die aktuelle Geschäftsentwicklung ist im Hinblick auf den Auftragseingang und Umsatz positiv. Wir haben im ersten Quartal unsere Ziele erreicht.
Wenn wir unterstellen, dass sich die Pharmaindustrie und die Chemie in den nächsten Jahren positiv weiterentwickeln, dann werden wir auch als Spezialmaschinenhersteller für diese Industrien in Zukunft erfolgreich sein.

CdC Capital: Wollen Sie organisch oder extern wachsen?

Hr. Eversberg: Wir wollen extern wachsen.

CdC Capital: Könnten Sie sich vorstellen kurzfristig Kapitalmaßnahmen umzusetzen?

Hr. Eversberg: Ja, ich könnte mir vorstellen eine Kapitalmaßnahme aus dem genehmigten Kapital kurzfristig umzusetzen.

CdC Capital: Ist Ihre Gesellschaft operativ profitabel und wenn nicht, wann rechnen Sie mit schwarzen Zahlen?

Hr. Eversberg: Nach den verlustreichen Jahren 2003 und 2004 haben wir 2005 wieder ein positives operatives Ergebnis erzielt, das wir 2006 untermauern wollen.

CdC Capital: Welche Aktivitäten haben Sie im Bereich der Investor Relations geplant?

Hr. Eversberg: Im Bereich Investor Relations werden wir mit einem professionellen Dienstleistungsunternehmen zusammenarbeiten und dadurch sicherstellen, das unsere Aktionäre regelmäßig mit Informationen versorgt werden.

CdC Capital: Wo liegen die größten Schwachstellen der Gesellschaft?

Hr. Eversberg: Im letzen Jahr haben wir das Unternehmen neu aufgestellt und den Turnaround geschafft. Es konnten aber nicht alle Versäumnisse der Vergangenheit aufgeholt werden. Die Problemfelder sind aber identifiziert und werden sukzessive abgearbeitet.

CdC Capital: Nennen Sie uns abschließend drei gute Gründe für ein Investment in die Valoren Ihrer Gesellschaft.

Hr. Eversberg: Alexanderwerk ist ein Traditionsunternehmen mit einem ausgezeichneten Ruf in den jeweiligen Branchen.
Alexanderwerk gehört bei Maschinen für den Anwendungsbereich „Kompaktieren, Granulieren“ international zu den Technologieführern.
Alexanderwerk hat sich am Markt neu positioniert und wird mittel- und langfristig Umsätze und Erträge steigern.


Spezifischer Teil


CdC Capital: Stimmt es, dass es aus dem Hause Alexanderwerk bald wieder Küchengeräte für private Haushalte geben soll? Wie könnte eine derartige Kollektion aussehen.

Hr. Eversberg: Ja, wir denken darüber nach, bewährte Küchengeräte wieder aufzulegen. Dazu bedarf es aber noch einiger Marktuntersuchungen und Abklärungen. Ich hoffe, dass wir in der zweiten Jahreshälfte die Ergebnisse präsentieren können.

CdC Capital: Werden Sie auch im laufenden Jahr Erträge aus der Veräußerung von Immobilienbeständen erwirtschaften?

Hr. Eversberg: Es gibt einen Interessenten für eine Teilfläche des nicht betriebsnotwendigen Bestandes.
Derzeit werden die planungsrechtlichen Gegebenheiten untersucht. Sollte diese Untersuchung positiv verlaufen, dann ist ein weiterer Verkauf aus dem Immobilienbestand möglich.

CdC Capital: Wofür sollen die brach liegenden Flächen in naher Zukunft genutzt werden? Ist eine Modernisierung der einen oder anderen Werkshalle in Planung?

Hr. Eversberg: Die betriebsnotwendigen Gebäude sind in einem guten Zustand. Eine Modernisierung ist nicht erforderlich. Das gleiche gilt für die vermieteten Flächen. Verschiedene Gebäude werden nach Erhalt der Genehmigungen abgerissen und können dann einer neuen Nutzung zugeführt werden.

CdC Capital: Ist es richtig, dass Sie allein durch die Installation einer neuen Heizanlage jährlich einen sechsstelligen Betrag an Betriebskosten einsparen können?

Hr. Eversberg: Durch die Veränderung der Gasversorgung und Installation neuer Komponenten haben wir erhebliche Einsparungen bei den Betriebskosten zu verzeichnen, denen aber entsprechende Investitionskosten in diesem Jahr gegenüberstehen.

CdC Capital: Aktuell sind Sie auf der Achema (Weltforum der Prozessindustrie) vertreten. Erwarten Sie sich dadurch direkt positive Impulse fürs operative Geschäft?

Hr. Eversberg: Die Achema, die ja nur alle drei Jahre in Frankfurt stattfindet, war für uns ein voller Erfolg. Dies gilt sowohl für die Quantität als auch für die Qualität der internationalen Kontakte. Wir haben u.a. eine neue Walzenpresse der Reihe „PowerPactor“ vorgestellt, die auf großes Interesse gestoßen ist. Wir erwarten daher positive Impulse für das operative Geschäft.

CdC Capital: Bis zur a.o. HV lagen die Erlöse aus dem Gemeinschaftsprojekt AlexanderSolia GmbH noch hinter den Erwartungen zurück. Konnten Sie inzwischen zum Plan aufschließen?

Hr. Eversberg: Die Auftragseingänge und Umsätze lagen in der Startphase der Vertriebsgesellschaft im Januar und Februar hinter den Erwartungen zurück. Seit März konnten Auftragseingang und Umsatz kontinuierlich gesteigert werden.

CdC Capital: Im Bereich der Kompaktier- und Granuliermaschinen hat Alexanderwerk derzeit eine führende Marktposition unter den Spezialmaschinenbauern inne, könnte der asiatische Raum schon in Kürze technologisch aufschließen?

Hr. Eversberg: Es gibt vor allem in China Hersteller die Kompaktier- und Granuliermaschinen für Standardanwendungen herstellen. Als Spezialmaschinenbauer mit dem Anspruch auf Technologieführerschaft sind wir gefordert die komplexen und stetig wachsenden Anforderungen unserer Kunden schnell in innovative Produkte umzusetzen.