HomeSitemapDeutschEnglish
Aktuell
Unternehmen
Produkte
Technologie
Investor Relations
Service
Kontakt
Sitemap
Presse

Werk schrumpft sich gesund


Zur Hauptversammlung der Alexanderwerk AG wurde einmal mehr deutlich, wie eng die Situation im vergangenen Jahr war. Der Verkauf von Grundstücken ist überlebensnotwendig.

von Alexandra Kemp

Haarscharf ist das Alexanderwerk im vergangenen Jahr an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Bei der Hauptversammlung war Vorstand wie Aufsichtsrat gestern die Erleichterung anzumerken, dass die Pleite nach - eigenen Angaben zufolge - „aggressiven Verhandlungen“ mit den Banken gerade noch abgewendet werden konnte. „Es war ein anspruchsvolles Jahr“, sagte Vorstand Eversberg vor rund 40 Aktionären.
Eine Ausdrucksweise, die zu dem stillen Auftreten des Managers passt. Aufsichtsrat-Vorsitzender Franz-Bernd Daum fand andere Worte: „Bei der Hauptversammlung im letzten Jahr war die Insolvenz wahrscheinlicher als der Fortbestand.“ So hätte das Alexanderwerk das Jahr seines 120-jährigen Bestehens, dieses Jahr also, beinahe nicht mehr erlebt.

Da erschien es fast als ein Symbol für den langsamen Wieder-Aufstieg, dass die Hauptversammlung gestern im neuen Technikum stattfand - einer Halle, in der potenziellen Kunden die Maschinen des Alexanderwerks vorgeführt werden sollen. „Das ist ein Zeichen dafür, dass wir uns für diesen Standort einsetzen.“ sagte Daum.
Ein Standort, von dem die Alexanderwerk AG allerdings nicht mehr viel Platz benötigt. Die Belegschaft ist auf 105 Mitarbeiter geschrumpft, die Verwaltung wird bis Oktober in einem Gebäude zusammengefasst. Drei Viertel der rund 95 000 Quadratmeter großen Werksfläche mit einem Wert von rund 10,5 Millionen Euro sind dann nicht mehr betriebsnotwendig. Sie sind das Tafelsilber des Betriebes, auch wenn sie als Sicherung für Bankkredite dienen, denn sie sollen verkauft oder zumindest vermietet werden. So wie das 6250 Quadratmeter große Grundstück, auf dem zurzeit die Firma Aldi einen neuen Supermarkt baut. Mit dem Verkauf hat das Alexanderwerk einen guten Gewinn gemacht, stand doch das Grundstück mit einem Wert von lediglich 50 000 Euro in den Büchern. Bezahlt wurden dafür 900 000 Euro.
Schon stehen weitere Discounter Schlange, die sich an der Kippdorfstraße direkt neben Aldi ansiedeln wollen, berichtete Eversberg. Verhandlungen laufen. Dass die Indoor-Spielhalle „Fairplay“ nun doch nicht in einer Halle des Alexanderwerkes unterkommt, sei bedauerlich, doch man sei bereits mit anderen Interessenten im Gespräch. Außerdem sollen einige Hallen abgerissen werden.
Die Grundstücks-Verkäufe liefern einen wichtigen Beitrag zur Gesundung des Alexanderwerks. „Unser größtes Risiko ist immer noch die Liquidität.“sagte Daum.