


Stabwechsel im Alexanderwerk
Vorstand Axel Eversberg verlässt das Haus Ende Februar. Sein Nachfolger ist Jürgen Göller.
Das Unternehmen will seinen Firmensitz verkaufen und zurückmieten. Mit dem Erlös sollen Kredite getilgt werden.
Von Alexandra Kemp
Vorstand Axel Eversberg scheidet Ende Februar aus der Alexanderwerk AG aus. Das gab das Unternehmen jetzt in einer Ad hoc-Mitteilung bekannt. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Franz-Bernd Daum berichtet, habe Eversberg einen Dreijahres-Vertrag gehabt, der zum 28. Februar ausläuft. Ein normaler Vorgang, betont Daum: Es sei üblich, dass ein Sanierer nach einer gewissen Phase der Restrukturierung wieder von Bord gehe.
Eversberg folgte im Frühjahr 2004 auf Rudi Küfner. Er führte das Unternehmen in einer schwierigen Phase, denn im selben Jahr stand das Sondermaschinenbau-Unternehmen kurz vor der Insolvenz. Diese konnte nach „aggressiven Verhandlungen“ mit den Banken abgewendet werden, hieß es ein Jahr später in der Hauptversammlung. Gleichwohl ist die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen. Zum Programm gehören auch die Grundstücksverkäufe. Nachdem zunächst die Flächen und Hallen veräußert werden sollten, die nicht mehr von der Alexanderwerk AG genutzt werden, soll jetzt auch der Firmensitz den Eigentümer wechseln. Das Alexanderwerk will die Gebäude nur noch mieten.
Ein Investor wurde in einer Kölner Immobilien-Entwicklungsgesellschaft gefunden, berichtet Daum. Diese will fünf Millionen Euro zahlen. Die Hauptversammlung muss dem Geschäft noch zustimmen, daher wird für Montag, 26. März, zu einer außerordentlichen Zusammenkunft eingeladen.
„Wir befreien uns aus den Fesseln der Banken“
Mit dem Geld will das Unternehmen Kredite ablösen, deren Zinsen das Alexanderwerk allein in diesem Jahr rund 520 000 Euro gekostet hätten. „Das heißt, dass wir uns zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren aus den Fesseln der Banken befreien“, sagt Daum. Durch den Verkauf der Immobilien wird mit einer Ergebnisverbesserung von rund 150 000 Euro pro Jahr gerechnet. Doch nicht nur die Verbesserung der finanziellen Lage haben Vorstand und Aufsichtsrat ins Auge gefasst. „Wir wollen auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens profilieren“, erläutert Daum. Noch in diesem Jahr soll der einzuschlagende Kurs festgelegt werden. Die Alexanderwerk AG ist in zwei Geschäftsbereichen aktiv: Sie baut Maschinen für die Nahrungsmittel-Verarbeitung sowie für die pharmazeutische und chemische Industrie. „Wir müssen entscheiden, ob wir beide weiterführen“, so Daum.
Auf Axel Eversberg folgt Jürgen Göller, der bereits seit März 2006 im Hause ist und seit Juli dem Vorstand angehört (die BM berichtete). In ihn setzt die Belegschaft Hoffnung: „Ich denke, dass er einiges in Schwung bringen kann“, sagt Betriebsratsvorsitzender Axel Manert. Sorge macht sich Manert über den Verkauf der Firmengebäude. Das Tafelsilber sei nun weg, „jetzt muss das operative Geschäft fluppen“. Die Belegschaft vermisse ein langfristiges Konzept.
Info: Drei Jahre im Amt
Axel Eversberg war seit 17. Mai 2004 Vorstand der Alexanderwerk AG. Er arbeitete zuvor als Unternehmensberater.
Jürgen Göller, Diplom-Ingenieur und -Kaufmann, war bei Linde beschäftigt, bevor er im März vergangenen Jahres zur Alexanderwerk AG wechselte. Seit Juli 2006 ist er im Vorstand.
Für das Jahr 2006 wird ein Umsatz von 21 Millionen Euro erwartet. Das Betriebsergebnis wird auf knapp 600 000 Euro geschätzt.
www.alexanderwerk.de