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Presse

Tauziehen um Gewerbefläche


von Alexandra Kemp

Die Alexanderwerk AG will auf ihrem Gelände fünf Gebäude abreißen, um damit eine freie Gewerbefläche von rund 10.000 Quadratmetern zu schaffen. Das teilten Vorstand Axel Eversberg und Aufsichtsratsvorsitzender Franz-Bernd Daum gestern bei einem Pressegespräch mit. Die Abrissgenehmigung habe die Stadtverwaltung bereits erteilt. Ein Remscheider Betrieb zeige Interesse, sich auf dem Gelände anzusiedeln. Im kommenden Jahr soll er dort seinen neuen Standort gefunden haben.

Insgesamt verfügt die Alexanderwerk AG über ein Werksgelände von 95.000 Quadratmetern. Weil mit einem Viertel nur noch ein kleiner Teil für den Bau von Spezialmaschinen mit 120 Mitarbeitern gebraucht wird, sollen Flächen und Hallen gekauft werden. Das spült dem Unternehmen Geld in die Kassen – Liquidität ist wichtig für das Alexanderwerk, das im Jahr 2004 haarscharf an der Insolvenz vorbeigeschrammt ist.

Umso größer ist das Bedauern, dass die Verhandlungen um den Verkauf eines weiteren Areals ins Stocken geraten sind. 8.000 Quadratmeter groß ist die Fläche neben dem neu gebauten Aldi, an der ebenfalls ein Lebensmittel-Discounter Interesse zeigt. Das hatte Eversberg bereits zur Hauptversammlung im September vergangenen Jahres bekannt gegeben. Wie Baudezernent Helmut Kennepohl bestätigt, handelt es sich dabei um Lidl. Aber: „Einen Lidl können wir uns dort überhaupt nicht vorstellen“, sagt Kennepohl. Das sei in Gesprächen mit der Unternehmensleitung auch klar zum Ausdruck gebracht worden. „Das widerspricht dem Einzelhandelskonzept“, betont Kennepohl.

Außerdem soll nach BM-Information die Ansiedlung eines Discounters auch für das alte Ibach-Gelände unweit des Alexanderwerks im Gespräch sein. Allesamt Standorte, die die Stadt mit einer durchdachten Planung eigentlich aufwerten möchte. So nimmt Remscheid als eine von acht Städten Nordrhein-Westfalens an dem vom Landes-Umweltministerium ins Leben gerufenen Modellprojekt zur „Nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung“ teil. Es soll eine „verträgliche Gestaltung von Wohnen und Arbeiten nach nachhaltigen Kriterien“ im Bereich Vieringhausen ermöglichen. Das Baudezernat hofft daher, dass sich noch ein anderer Interessent für das Alexanderwerk-Grundstück findet: „Wir werden bei der Umnutzung gerne behilflich sein. Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Kennepohl.

Kommentar von Alexandra Kemp


Planen auf lange Sicht


Der Alexanderwerk AG geht es wieder besser, erstmals seit mehreren Jahren schrieb das Maschinenbau-Unternehmen 2005 schwarze Zahlen. Bis es sich jedoch in einer komfortablen Gewinnsituation einrichten kann, wird es noch etwas dauern. Umso mehr ist das Alexanderwerk auf die Erlöse der Grundstücksverkäufe angewiesen – Geld, das es für Innovationen und damit nicht zuletzt zur Beschäftigungssicherung braucht. Dass die Unternehmensleitung nun auf eine Lösung drängt, ist nachzuvollziehen. Gleichwohl ist auch die Meinung der Stadtplaner zu verstehen, die neben einem Discounter nicht noch einen weiteren Discounter sehen wollen. Es geht in dieser Sache nicht nur darum, schnell Geld zu verdienen, sondern auch, einen Stadtteil attraktiv zu gestalten. Hier ist es wichtig, dass Unternehmensleitung und Stadtverwaltung Hand in Hand arbeiten.