

Erfolg mit Sandwiches
Interview: Alexanderwerk plant Offensive
Remscheid. Die Remscheider Alexanderwerk AG stellt Kompaktier- und Granuliermaschinen für die pharmazeutische und chemische Industrie sowie zur Verarbeitung von Nahrungsmitteln her. Während der chemische und Pharmabereich boomen, herrscht im Segment der Nahrungsmittel verarbeitenden Maschinen Stagnation. Jetzt plant das Unternehmen durch die Ausgabe weiterer Stückaktien eine Kapitalerhöhung. Darüber unterhielt sich BM-Redakteurin Alexandra Kemp mit dem Vorstand Axel Eversberg.
Herr Eversberg, die Alexanderwerk AG will 24 000 neue Stückaktien ausgeben. Warum?
Eversberg.
Die Kapitalerhöhung dient dazu, das Unternehmen zu stärken. Davon profitieren soll in besonderem Maße unsere im Oktober vergangenen Jahres gegründete AlexanderSolia Vertriebs-GmbH. Diese Gesellschaft haben wir gemeinsam mit der Solia Palmer GmbH aus Freiberg bei Stuttgart in Leben gerufen. Beide Firmen, die Alexanderwerk AG wie auch Solia Palmer, gelten als etablierte Hersteller von Maschinen für die Nahrungsmittelverarbeitung.
Das heißt, Sie wollen den Bereich der Nahrungsmittel verarbeitenden Maschinen vorantreiben?
Eversberg.
Ja, wir sind mit einem starken Partner zusammen gegangen, weil wir diesen angestammten Bereich unseres Werkes stärken wollen. Wir sehen großes Potenzial zum Beispiel bei der hochwertigen Gastronomie oder der industriellen Nahrungsmittel-Verarbeitung.
Hat sich die Lage auf den Märkten denn verändert, dass Sie jetzt so zuversichtlich sind?
Eversberg.
Man muss zwei Dinge sehen. Zurzeit stagniert vor allem der Bereich Großküchen-Maschinen für die öffentliche Hand. Krankenhäuser und Altenheime zum Beispiel geben weniger Geld aus. Außerdem war der Vertrieb unserer Produkte bis jetzt eine rein nationale Veranstaltung. Während wir im Bereich Pharma und Chemie auch international tätig sind und mit fast 85 Prozent den größten Teil des Umsatzes im Ausland machen, haben wir das Auslandsgeschäft im Bereich Küchenmaschinen vernachlässigt. Das wollen wir jetzt ganz stark pushen, indem wir den Export stärken.
Dafür haben Sie im Ausland entsprechenden Bedarf ausgemacht?
Eversberg.
Der Bedarf ist da. England hat z.B. die größte Sandwich-Industrie der Welt. Die verbrauchen Tonnen an Salat. Das sind gute Zukunftsperspektiven für einen Zweig der Alexanderwerk AG, von dem vor einiger Zeit noch überlegt wurde, ihn aufzugeben.